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Quelle

Organisation for Economic Co-operation and Development

OECD Directorate for Employment, Labour and Social Affairs

Veröffentlicht am 2024-07-11

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OECD: KI und der Arbeitsmarkt — Automatisierungsrisiko in den Mitgliedsländern

Veröffentlicht am 2026-04-10

Die OECD baut seit 2018 das detaillierteste länderübergreifende Framework zum Verständnis der KI-Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Ihr laufendes Forschungsprogramm — das Beschäftigungsumfragen, berufsspezifische KI-Expositionsbewertungen und Politikanalysen in 38 Mitgliedsländern umfasst — liefert das empirische Fundament für einen Großteil der globalen Debatte über KI und Arbeitsplätze.

Zentrale Ergebnisse

  • 27 % der Arbeitsplätze in OECD-Ländern befinden sich in Berufen mit hohem Automatisierungsrisiko. Das sind Rollen, in denen die Mehrheit der Aufgaben technisch von KI- und Automatisierungstechnologien ausgeführt oder erheblich verändert werden könnte. Der Anteil reicht von unter 20 % in einigen nordischen Ländern bis über 35 % in osteuropäischen Mitgliedstaaten.
  • Die KI-Exposition ist in Finanzen, Fertigung und Landwirtschaft am höchsten. Bürobasierte Rollen im Finanzdienstleistungssektor und bestimmte Fertigungsprozesse weisen die stärkste Exposition auf, während Gesundheitswesen und Bildung gemischtere Profile zeigen — hohes Augmentationspotenzial, aber geringes Vollautomatisierungsrisiko.
  • Arbeitnehmer sind besorgt — und ihre Bedenken korrelieren mit der Exposition. OECD-Umfragen zeigen, dass 3 von 5 Arbeitnehmern in hochexponierten Berufen Bedenken hinsichtlich ihrer Arbeitsplatzsicherheit im Zusammenhang mit KI äußern, verglichen mit 1 von 5 in gering exponierten Rollen. Dennoch haben weniger als 30 % der besorgten Arbeitnehmer konkrete Weiterbildungsschritte unternommen.
  • Jüngere und weniger qualifizierte Arbeitnehmer sind kumulierten Risiken ausgesetzt. Das Automatisierungsrisiko ist nicht gleichmäßig nach Demografie verteilt. Arbeitnehmer unter 30 in Routineberufen sind sowohl einer höheren Exposition als auch geringeren Übergangsressourcen ausgesetzt — besonders in Ländern ohne robuste Umschulungsinfrastruktur.
  • Die politische Reaktion variiert dramatisch. Nur 12 von 38 OECD-Mitgliedern haben dedizierte Programme zum KI-Arbeitsmarktübergang. Die übrigen setzen auf allgemeine Beschäftigungs- oder Bildungspolitik, die nach OECD-Einschätzung für die Geschwindigkeit des KI-getriebenen Wandels unzureichend ist.

Was das für Ihre Karriere bedeutet

Die OECD-Daten bieten Ihnen einen Referenzwert. Wenn Sie in einem der 38 Mitgliedsländer arbeiten, wurde Ihr Beruf hinsichtlich der KI-Exposition bewertet — und das Framework berücksichtigt die spezifische Wirtschaftsstruktur Ihres Landes, nicht nur einen generischen globalen Durchschnitt. Das ist wichtig, weil ein Finanzanalyst in Deutschland einer anderen Risikolandschaft gegenübersteht als einer in Mexiko, selbst wenn die Kernaufgaben sich überschneiden.

Das handlungsrelevanteste Ergebnis ist die Kluft zwischen Besorgnis und Handlung. Die meisten Arbeitnehmer spüren, dass KI ihr Berufsfeld verändert, aber weniger als ein Drittel unternimmt etwas dagegen. Wenn Sie aktiv KI-relevante Fähigkeiten aufbauen — lernen, mit KI-Tools zu arbeiten, verstehen, wie diese auf Ihre spezifischen Aufgaben anwendbar sind — gehören Sie bereits zur Minderheit. Diese Lücke ist Ihr Wettbewerbsvorteil.

Die Politikvariation ist ebenfalls relevant. Wenn Ihr Land starke Umschulungsprogramme hat (Nordische Länder, Kanada, Teile Westeuropas), haben Sie ein Sicherheitsnetz. Wenn nicht, liegt die Last der Anpassung stärker bei Ihnen. Informieren Sie sich, was Ihre Regierung bereitstellt — und was nicht.

Daten-Highlights

  • 27 % der OECD-Arbeitsplätze befinden sich in Berufen mit hohem Automatisierungsrisiko
  • 60 % der Arbeitnehmer in hochexponierten Berufen sorgen sich um KI und Arbeitsplatzsicherheit
  • Weniger als 30 % der besorgten Arbeitnehmer haben konkrete Weiterbildungsschritte unternommen
  • 12 von 38 OECD-Ländern haben dedizierte Programme zum KI-Arbeitsmarktübergang
  • 3-fache Variation der Automatisierungsrisikoquoten über die OECD-Mitgliedstaaten

Methodik

Die OECD-Schätzungen zum KI-Automatisierungsrisiko kombinieren mehrere Datenquellen: die OECD-Erhebung über Erwachsenenkompetenzen (PIAAC), die OECD-KI-Umfragen unter Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie aufgabenbasierte Berufsanalysen unter Verwendung des ISCO-Frameworks. Jeder Beruf wird anhand des Anteils der Aufgaben bewertet, die mit aktueller oder absehbarer KI technisch automatisierbar sind, gewichtet nach der Verbreitung dieser Berufe auf dem jeweiligen nationalen Arbeitsmarkt. Länderspezifische Schätzungen berücksichtigen Unterschiede in der Branchenstruktur, Belegschaftsdemografie und dem bestehenden Automatisierungsgrad.

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