Weltwirtschaftsforum — Bericht zur Zukunft der Arbeitsplätze 2025
Veröffentlicht am 2026-04-10
Der Bericht des Weltwirtschaftsforums zur Zukunft der Arbeitsplätze ist die größte wiederkehrende Arbeitgeberumfrage zum Thema Arbeitswelttransformation. Die Ausgabe 2025 befragte über 1.000 Arbeitgeber in 55 Volkswirtschaften und erfasste mehr als 14 Millionen Arbeitnehmer. Anders als Studien, die KI-Auswirkungen von außen modellieren, erfasst dieser Bericht die konkreten Pläne der Arbeitgeber — welche Rollen sie ausbauen, reduzieren oder umstrukturieren wollen. Das macht ihn zu einem Frühindikator für tatsächliche Einstellungsentscheidungen, nicht nur für theoretische Exposition.
Zentrale Ergebnisse
- 23 % der Arbeitsplätze werden sich bis 2030 verändern. Arbeitgeber schätzen, dass sich nahezu ein Viertel der aktuellen Rollen innerhalb von fünf Jahren entweder neu bilden, wegfallen oder grundlegend umstrukturieren wird. Das umfasst sowohl Arbeitsplatzschaffung in neuen Kategorien als auch Arbeitsplatzabbau in bestehenden, wobei kurzfristig eine Nettoverdrängung erwartet wird.
- Dateneingabe und Buchhaltung sinken am schnellsten. Unter den spezifischen Rollenkategorien stehen Dateneingabefachkräfte, Verwaltungssekretäre und Buchhaltungs-/Lohnabrechnungskräfte ganz oben auf der Liste der Rollen, die Arbeitgeber abbauen wollen. Das sind Rollen, die durch routinemäßige, strukturierte Aufgaben gekennzeichnet sind, die direkt auf aktuelle KI- und Automatisierungsfähigkeiten abbildbar sind.
- KI-/ML-Spezialisten und Datenanalysten gehören zu den am schnellsten wachsenden Rollen. Auf der Wachstumsseite stellen Arbeitgeber am aggressivsten KI- und maschinelles-Lernen-Spezialisten, Datenanalysten, IT-Sicherheitsspezialisten und Nachhaltigkeitsfachkräfte ein. Das Nachfragesignal nach KI-relevanten Fähigkeiten ist stärker als in jeder früheren Ausgabe des Berichts.
- Die größte Kompetenzlücke betrifft KI und Big Data. Auf die Frage, welche Fähigkeiten ihre Belegschaft am dringendsten benötigt, nannten Arbeitgeber KI- und Big-Data-Kompetenz an erster Stelle, gefolgt von analytischem Denken und kreativem Denken. Technologiekompetenz hat traditionelle Geschäftsfähigkeiten als oberste Arbeitgeberpriorität überholt.
- Arbeitgeber-Investitionen in Umschulung steigen, aber ungleichmäßig. 85 % der befragten Arbeitgeber planen bis 2030 Investitionen in die Umschulung ihrer Belegschaft. Tiefe und Qualität dieser Investitionen variieren jedoch dramatisch nach Region und Unternehmensgröße. Große multinationale Konzerne investieren deutlich mehr pro Mitarbeiter als kleine und mittlere Unternehmen.
Was das für Ihre Karriere bedeutet
Die 23-%-Zahl ist eine Planungsgröße, keine Prognose — sie spiegelt wider, was Arbeitgeber beabsichtigen, was sie konkreter macht als akademische Projektionen. Wenn sich etwa jede vierte Rolle innerhalb von fünf Jahren verändert, stehen die Chancen nicht gut, dass Ihre spezifische Rolle völlig unberührt bleibt. Selbst wenn Ihre Berufsbezeichnung überlebt, werden sich die Aufgaben darin wahrscheinlich verschieben.
Die am schnellsten sinkenden Rollen senden ein klares Signal. Wenn Ihre aktuelle Arbeit hauptsächlich Dateneingabe, routinemäßige Dokumentenverarbeitung, Buchhaltung oder Verwaltungskoordination umfasst, planen die Arbeitgeber in dieser Umfrage aktiv den Personalabbau in diesen Bereichen. Der Zeithorizont beträgt nicht Jahrzehnte — er liegt bei drei bis fünf Jahren. Das bedeutet nicht, dass jede Dateneingabefachkraft bis 2028 arbeitslos sein wird, aber es bedeutet, dass der Arbeitsmarkt für diese Rollen sich deutlich verengen wird.
Auf der Wachstumsseite beschränkt sich die Nachfrage nach KI- und Datenfähigkeiten nicht auf technische Rollen. Arbeitgeber suchen KI-Kompetenz funktionsübergreifend — in Marketing, Operations, Finanzen, HR. Die Umfrage zeigt, dass „effektiv mit KI-Tools arbeiten können" zu einer Grunderwartung wird statt einer Spezialfähigkeit. Wenn Sie praktische KI-Kompetenz in Ihrem Fachgebiet nachweisen können, positionieren Sie sich auf der Wachstumsseite des Arbeitsmarktwandels.
Daten-Highlights
- 1.000+ Arbeitgeber in 55 Volkswirtschaften befragt
- 14 Millionen+ Arbeitnehmer in der Umfragestichprobe vertreten
- 23 % der aktuellen Arbeitsplätze werden sich voraussichtlich bis 2030 verändern
- KI und Big Data als größte Kompetenzlücke von Arbeitgebern eingestuft
- 85 % der Arbeitgeber planen Investitionen in die Umschulung ihrer Belegschaft
- Dateneingabefachkräfte als die am schnellsten sinkende Rollenkategorie identifiziert
Methodik
Der Bericht zur Zukunft der Arbeitsplätze 2025 basiert auf einer Umfrage unter über 1.000 Arbeitgebern, die mehr als 14 Millionen Arbeitnehmer in 55 Volkswirtschaften weltweit repräsentieren. Die Umfrage wurde in Partnerschaft mit nationalen Arbeitgeberverbänden durchgeführt und umfasst 27 Branchencluster. Arbeitgeber lieferten Schätzungen zu erwarteten Personalveränderungen nach Rollenkategorie, identifizierten aufkommende und rückläufige Fähigkeiten und berichteten über ihre Investitionspläne zur Arbeitskräfteentwicklung für den Zeitraum 2025-2030. Die Ergebnisse sind nach Unternehmensgröße und regionaler Repräsentation gewichtet. Der Bericht ergänzt Umfragedaten mit Arbeitsmarktstatistiken nationaler Quellen und vergleicht die Ergebnisse mit früheren Ausgaben des Berichts (zweijährlich seit 2016 veröffentlicht), um Trendbeschleunigung oder -verlangsamung zu identifizieren.